Beginn der Restaurierung
Die Restaurierung und Wiederinbetriebnahme der Gruben-Diesellokomotive begann im Sommer 2021 mit einer ersten Befundung und Zerlegung. Dabei wurden erhebliche Schäden am wassergekühlten 2-Zylinder-Hatz-Motor Typ H 32 festgestellt, sodass die Arbeiten zunächst eingestellt wurden.
Im Jahr 2023 fiel die Entscheidung, die Lokomotive im Rahmen eines Jugendprojekts wieder betriebsfähig aufzubauen. Die vorhandenen Einzelteile wurden gesichtet und in die neu geschaffene Kleinlokwerkstatt gebracht. Ein stabiles Regal erleichtert seitdem die sortierte Aufbewahrung der Teile.

Projektstart durch die Jugendgruppe
Die Jugendgruppe begann im November 2023 mit der weiteren Demontage der bereits teilzerlegten Lok. Der Motorvorbau wurde entkernt, um mit der umfassenden Aufarbeitung starten zu können. Die lange Standzeit als Denkmallok hatte der Substanz stark zugesetzt, doch die Jugendlichen ließen sich auch von winterlichen Temperaturen nicht bremsen.
Nach dem Entfernen der Aufbauten wurde der Rahmen von teils zentimeterdicken Schichten aus Schmutz und Schmierstoffen befreit. Damit konnte er schließlich sandgestrahlt werden. Aufgrund des hohen Eigengewichts von ca. 4,5 Tonnen wurde zunächst ein mobiles Sandstrahlverfahren im Frankfurter Feldbahnmuseum geprüft – die Angebote waren jedoch sehr teuer.

Zerlegung und erste Aufarbeitungen
Die Kuppelstangen und vier Achsfedern wurden demontiert; eine Achsfeder war mehrfach gebrochen und musste von einer Fachfirma instandgesetzt werden. Teile des Hatz-Motors wurden gereinigt und von dicken Farbschichten befreit, um eine fachgerechte Schadensbegutachtung zu ermöglichen.
Mit einem Autokran wurde der Lokrahmen von den Achsen getrennt und zur Firma Lonkwitz in Nauborn bei Wetzlar transportiert. Auch die Achsen waren stark verschlissen und mussten von einer Fachfirma auftragsgeschweißt und neu profiliert werden.

Fortschritte 2024
In den Sommerferien 2024 arbeitete die Feldbahnjugend mit großem Engagement an der Lok: Motor und Anbauteile wurden vollständig von Farbe befreit und provisorisch montiert. Der Motor samt Schwungscheibe konnte anschließend zu einer Fachfirma für Motoreninstandsetzung nach Dieburg transportiert werden.
Nach dem externen Sandstrahlen des Rahmens waren Nacharbeiten nötig: Risse, abgerissene Schrauben und Rahmenverwerfungen wurden gemeinsam mit erfahrenen Aktiven des Museums beseitigt. Der Rahmen konnte daraufhin in Oxidrot grundiert werden.

Die Achsen wurden bei einer Fachfirma in Lohne auftragsgeschweißt, mussten aber für die endgültige Profilierung erneut transportiert werden. Derzeit wird ein geeigneter Zerspanungsbetrieb zur Fertigstellung der Räder gesucht.
Die Achslagerkästen wurden zerlegt, gründlich gereinigt und neu lackiert. Die Anfertigung der Schmierposter erfolgte während der Wintermonate im beheizten Ausstellungsraum.

Fortschritte 2025
Im Jahr 2025 wurde der erste Deckanstrich des Rahmens in den endgültigen Farben aufgebracht. Einzelteile der Bremsanlage wurden aufgearbeitet und teilweise wieder montiert. Führerhaus und Motorvorbau wurden vollständig zerlegt, von alter Farbe befreit und sandgestrahlt, bevor sie grundiert oder mechanisch bearbeitet wurden. Auch am Getriebe wurde während der Sommerferien gearbeitet.

Die externen Arbeiten an den Achsen und am Motor gestalteten sich langsamer. Ende 2025 waren die Achsen noch nicht neu profiliert.
Von der Motorenfirma in Dieburg erhielten wir eine Schadensbefundung für die Reparatur des Motors mit folgenden Maßnahmen:
- Kurbelwelle ggf. leicht schleifen
- Neues Gewinde für Schwungscheiben-Mutter
- Zylinder 1 honen, Übermaßkolben bzw. Kolbenringe
- Zylinder 2 sparhonen, neue Kolbenringe
- Pleuellager neu ausgießen und auf Maß spindeln
- Wälzlager prüfen oder prophylaktisch tauschen
- Einspritzpumpen überarbeiten
- Neue Muttern für Schwungscheibe und Antriebsapparat
- Führung Pumpenstößel anlöten, Bohrung ausreiben oder ausbuchsen
- Dekompressionsventile einschleifen
- Neue Kopfdichtungen und Flatterventile anfertigen
Aufgrund des enormen Aufwands wurde zunächst auf ein Angebot verzichtet. Weitere Fachfirmen wurden angefragt, bislang liegt jedoch kein akzeptables Angebot vor. Aktuell wird geprüft, welche Arbeiten in der eigenen Werkstatt erledigt werden können und welche extern vergeben werden.

Unterstützer des Projekts
Das Jugendprojekt Diesellokomotive D9 „Ruhrthaler“ wird unterstützt von:
- Der Naspa Stiftung
- CHECK24 – Hilft
- Den Aktiven des Frankfurter Feldbahnmuseums
