Die Geschichte von D8 – Deutz MLH 220


Über den Hersteller Deutz

Die Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD) – heute DEUTZ AG – zählt zu den traditionsreichsten Motorenherstellern Deutschlands. Das Unternehmen mit Sitz in Köln wurde 1864 gegründet und entwickelte sich im Laufe seiner Geschichte zu einem weltweit bedeutenden Hersteller von Verbrennungsmotoren für Industrie, Landwirtschaft, Schienenfahrzeuge und Nutzfahrzeuge.

Neben stationären und mobilen Antriebsmotoren fertigte Deutz auch komplette Lokomotiven für den Industrie- und Bergbaueinsatz. Besonders die robusten Diesel-Grubenlokomotiven bewährten sich unter den anspruchsvollen Bedingungen des Untertagebergbaus und zeichneten sich durch ihre Zuverlässigkeit, einfache Wartung und langlebige Konstruktion aus. Viele dieser Maschinen waren über Jahrzehnte hinweg im täglichen Einsatz und trugen wesentlich zum Materialtransport in Bergwerken und Industriebetrieben bei.

Bis heute stehen erhaltene Deutz-Lokomotiven und -Motoren für die hohe Ingenieurskunst und die technische Innovationskraft des Unternehmens. Zahlreiche Fahrzeuge sind in Museen und bei Feldbahnvereinen erhalten geblieben und erinnern an die bedeutende Rolle von Deutz in der deutschen Industrie- und Eisenbahngeschichte.


Deutz MLH 220

Die Deutz MLH 220 ist eine zweiachsige Diesellokomotive, die von der Klöckner-Humboldt-Deutz AG speziell für den Einsatz als leichte Streckenlokomotive im Untertagebergbau entwickelt wurde. Mit ihrer robusten Konstruktion und kompakten Bauweise eignete sie sich besonders für den Material- und Mannschaftstransport auf Grubenbahnen. Zum Schutz vor Motorbränden wurde sie serienmäßig mit einer CO₂-Löschanlage ausgestattet – ein wichtiges Sicherheitsmerkmal für den Einsatz unter Tage.

Von diesem Lokomotivtyp sind heute weltweit nur noch vier Exemplare bekannt. Die im Frankfurter Feldbahnmuseum erhaltene Lokomotive zählt somit zu den seltensten erhaltenen Grubenlokomotiven Deutschlands. Aufgrund fehlender Unterlagen und der lückenhaften Überlieferung kann ihre Identität jedoch nicht mit letzter Sicherheit nachgewiesen werden. Es wird vermutet, dass es sich um die Lokomotive 56375 handelt.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die Maschine am 1. Februar 1957 an die Gewerkschaft Carl Alexander im Steinkohlenbergwerk Baesweiler ausgeliefert. Mit der Übernahme des Bergwerks durch den Eschweiler Bergwerks-Verein im Jahr 1965 ging auch die Lok in dessen Eigentum über und wurde später auf der Grube Emil Mayrisch in Siersdorf als Lok 19 eingesetzt. Nach ihrer Ausmusterung gelangte sie in Privatbesitz nach Aachen.

Im Jahr 1989 konnte die Lokomotive vom Frankfurter Feldbahnmuseum e.V. übernommen werden. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch betriebsfähig war, befand sie sich äußerlich in einem schlechten Zustand und war nicht mehr vollständig erhalten. Mit der Übernahme begann eine umfangreiche Restaurierung, die sich über viele Jahre erstreckte. Nach dem Transport aus einem Außenlager in die Museumswerkstatt im Jahr 2016 wurden die Arbeiten intensiv fortgeführt. Erste erfolgreiche Probefahrten fanden 2024 statt. Nach der Ergänzung fehlender Verkleidungsteile, der Fertigstellung der elektrischen Anlage und dem abschließenden Neuanstrich konnte die Lokomotive 2026 wieder in Betrieb genommen werden und steht heute als betriebsfähiger Vertreter ihrer seltenen Bauart in der Sammlung des Frankfurter Feldbahnmuseums.

Technische Daten:

BauartB-dmMotor:4-Takt, liegend, Verdampferkühlung
TypMLH 220TypMAH 220
Spurweite600 mmHerstellerDeutz
HerstellerDeutzMotor-Nr. 
Baujahr1957Zylinder1 Stck.
Fabrik-Nr.56375Bohrung150 mm
Dienstgewicht4,5 tHub200 mm
Länge ü. P.2,68 mGetriebeZweigang-Lamellenkupplungsgetr.
Leistung22 PSKraftübertragungZahnrad-/Stangenantrieb
Treibstoffvorrat32 LiterBesonderheitenCO2-Löschanlage, Abgasentgiftung, fahrkorbgängig
BremsbauartHandbremse 
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