Über die Ruhrthaler Maschinenfabrik Schwartz & Dyckerhoff KG
Die Ruhrthaler Maschinenfabrik Schwartz & Dyckerhoff KG blickt auf eine über hundertjährige Tradition im Maschinen- und Lokomotivbau zurück. Das Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr entwickelte sich seit seiner Gründung Ende des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Hersteller von technischen Anlagen für den Bergbau und die Industrie.
Im Mittelpunkt der Produktion standen robuste Gruben- und Industriebahn-Lokomotiven sowie Diesellokomotiven, Druckluftgeräte, Schrämmaschinen und weitere Spezialmaschinen. Die langfristige Zuverlässigkeit, Präzision und Belastbarkeit dieser Produkte machten das Unternehmen zu einem geschätzten Partner im industriellen Umfeld.
Noch heute zeugen erhaltene Maschinen und Lokomotiven von der Ingenieurskunst und der industriellen Bedeutung der Ruhrthaler Maschinenfabrik.

Ruhrthaler 28 DL/S2
Die Ruhrthaler 28 DL/S2 ist eine kompakte zweiachsige Diesellokomotive aus dem Bauprogramm der Ruhrthaler Maschinenfabrik Schwartz & Dyckerhoff KG in Mülheim an der Ruhr. Mit einer Leistungsklasse von rund 28 PS war sie vor allem für den Einsatz auf Gruben- und Werkbahnen konzipiert, wo zuverlässige und wendige Fahrzeuge benötigt wurden.
Ausgestattet mit einem Zweitakt-Dieselmotor und mechanischer Kraftübertragung galt die Lok als robust, wartungsfreundlich und für zeittypische Betriebsbedingungen hervorragend geeignet. Viele Exemplare wurden im untertägigen Bergbau eingesetzt.
Heute existieren insgesamt nur noch zwei Lokomotiven dieses Typs. Eine Maschine in Grubenausführung befindet sich im Harz bei der Arbeitsgemeinschaft Schroederstollen. Die Lok D9 ist damit die einzig erhaltene Feldbahnlok ihres Typs. Eine besondere technische Eigenheit dieses Fahrzeugs ist der Druckluftanlasser, der sich deutlich von der üblichen Handkurbel-Startvorrichtung unterscheidet und das Fahrzeug zu einem seltenen technischen Zeitzeugen macht.
Ausgeliefert wurde die Maschine am 28. März 1939 an die Firma E. Schwenk, Ulm, Portland-Cementfabrik in Karlstadt am Main, wo sie im Steinbruch Laudenbach eingesetzt wurde. Dort verbrachte sie ihr gesamtes aktives Arbeitsleben im Transport- und Verschiebedienst.
Um 1980 wurde die Lok außer Dienst gestellt, aufgearbeitet und anschließend als Denkmal vor dem Werk aufgestellt. Am 8. Oktober 2020 gelangte Lok D9 schließlich als Schenkung in die Sammlung des Frankfurter Feldbahnmuseums, wo sie heute als bedeutender technischer Zeitzeuge erhalten wird.

Lok D9 am 8. Oktober 2020 als Denkmal bei der Firma E. Schwenk, Ulm, Portland-Cementfabrik in Karlstadt am Main. Foto: Rüdiger Fach
Technische Daten:
| Bauart | B-dm | Motor: | 2-Takt, stehend, wassergekühlt |
| Typ | 28 DL/S2 | Typ | H 32 |
| Spurweite | 600 mm | Hersteller | Hatz |
| Hersteller | Ruhrthaler | Motor-Nr. | |
| Baujahr | 1939 | Zylinder | 2 Stck. |
| Fabrik-Nr. | 1920 | Bohrung | 145 mm |
| Dienstgewicht | ca. 6,5 t | Hub | 180 mm |
| Länge ü. P. | 3,5 m | Getriebe | Dreigang-Schaltgetriebe |
| Leistung | 28 PS | Kraftübertragung | Zahnrad-/Stangenantrieb |
| Treibstoffvorrat | 60 Liter | Besonderheit | Druckluftanlasser |
| Bremsbauart | Wurfhebelbremse |
