April 2021

Elektromobilität ist eines der bestimmendem Schlagwörter, wenn es aktuell um moderne (urbane) Fortbewegung geht. Bei der Eisenbahn, und auch bei uns bei der Feldbahn ist das bereits ein alter Hut. Bereits vor 1900 wurden erste Strecken versuchsweise elektrisch betrieben und spätestens mit regionaler Brennstoffknappheit in der Zeit des ersten Weltkrieges wurde diese Form der Traktion für die Eisenbahn richtig interessant. Ökologische Gründe standen seinerzeit aber noch nicht im Vordergrund. Die Wahl es elektrischen Antriebs war eher strategischer Natur oder erfolgte dort, wo Verbrennungsgase unerwünscht waren. Unsere Akkulok E1 im Titelbild ist eine Untertage-Grubenlokomotive und stammt aus dem Jahr 1957. Sie wird im Feldbahnmuseum gerne für Rangierzwecke oder zum Transport kleinerer Lasten genutzt. Die Vorzüge sind ähnlich wie den modernen Elektrofahrzeugen für die Straße: Einfache Wartung, sofort einsatzklar, hoher Wirkungsgrad und der Motor nimmt es einem auch nicht übel, wenn er nur über kurze Strecken benötigt wird.


Rund 50 Jahre früher wurde Lok 4 in den Werkhallen des Berliner Unternehmens Orenstein & Koppel gefertigt. Bis wir sie wieder betriebsfähig vorführen können, dauert es noch eine Weile, aber an dem Projekt geht es stetig voran. Während des bemerkenswert kühlen Aprilwetters wurde mit der Montage der Bremsanlage begonnen und ein neues Bodenblech mit Winkeleisen für den Führerhausboden angefertigt. Nach dem Zuschnitt wird dieses noch schwarz lackiert und angebaut.


Lok 9 erhielt derweil neue sehr massive Bahnräumer. Auf älteren Fotografien waren diese zu den Enden hin nach oben gebogen. Historisch korrekt werden auch die neuen Bahnräumer wieder in diese Form gebracht.
In die neuen Tragfederpakete musste für den Einbau noch eine Nut eingefräst werden. Auf ihnen stützt sich im eingebauten Zustand der hintere Teil der Lokomotive ab.


Für Lok D8 wurden derweil neue Lampenhalter hergestellt und montiert, der Generator für die Beleuchtung positioniert und von unserem Motorenspezialist die Hilfsdüsen für den Kaltstart überholt. Ein Probelauf mit Test der Beleuchtung ist vorgesehen, sobald wieder Kühlwasser im Motor ist und die Witterung es erlaubt.


Ein etwas seltsam anmutendes Süppchen wurde vor dem historischen Schuppen 4 gekocht:
Um dem Schmierstoff die Möglichkeit zu geben zwischen Bolzen und Rollen zu kriechen, wurden die Antriebsketten der Diesellokomotiven D28 und D31 in einem warmen Ölbad eingelegt. Damit wird die einwandfreie Schmierung dieses, für den Antrieb essentiellen, Bauteils gewährleistet.

Mahlzeit!


Glänzend überdreht stehen die ’neuen‘ Achsen von Lok E4 auf den Gleisen. Wegen eines Schadens an einer der Achsen werden diese nun ausgetauscht. Die Umrißbearbeitung der Radscheiben erledigte ein Fachbetrieb.


Wer um den Wagen herumläuft und und meint, dass an dem MPSB-Veteranen derzeit wenig passiert, irrt. Die Veränderungen springen einem gerade nicht so sehr ins Auge und spielen sich mehr im Inneren des Wagenkastens ab. Die Fenster bekommen ihre Sockel, die in stundenlanger Arbeit alle in Handarbeit aus Eichenholz hergestellt und eingepasst werden. Da später im Sichtfeld, werden sie mit optisch ansprechenden Messingschrauben befestigt.


Nur noch ein Gerippe ist vom Wagenkasten des bulgarischen Sommerwagens 110 übrig. Erst nach dem Abbau der Bretter kann die stählerne Struktur genau untersucht und ggf. ausgebessert werden. Einige Rostlöcher wurden von ebenjenem befreit, verschweißt und verschliffen.


Wir freuen uns sehr über die Spende einer Zugschlusslaterne für unseren Packwagen 301. Sie zeigt nachfolgenden Zügen vor allen bei mäßigen Lichtverhältnissen, dass sich vor ihnen im Gleis ein Zug befindet, womit dieses ‚Accessoire‘ sicherheitsrelevant für den Eisenbahnbetrieb ist


Naturgemäß stehen die Fahrzeuge meistens im Vordergrund des Interesses, doch auch die vielen Arbeiten für ein authentisches Umfeld sind für ein Technikmuseum immens wichtig. Dieses mittlerweile auch historische Ölfass bekam einen neuen vor Korrosion schützenden Anstrich. Solche Fässer werden bei uns gerne als Regenwassertonnen verwendet. Vielleicht entdeckt ihr sie ja bei eurem nächsten Besuch.